


Walter Vopavas malerisches Agieren beschreibt sich als ein nuanciertes und facettenreiches Kreisen um die elementaren Aspekte des Mediums Malerei. Dabei führt die Abstraktion den Betrachter zum eigentlich Malerischen im Bildgeviert. Naturalismus würde daher nur als Hindernis für die reine Malerei sein. Vopavas Begriff von Abstraktion ist aber keinesfalls vergleichbar mit der konkreten Kunst oder der Minimal Art, bei der der räumliche Trug des Gemäldes verabschiedet und das Bild als faktisches Konstrukt mit Flächen- oder dreidimensionalen Charakter bewertet wird. Vopavas Bildfläche ist illusionistisch, wie eine naturalistische Landschaftsansicht aber auch flächig zugleich: Die faktische Bildgröße steht im ungleichen Verhältnis zur inneren Bildgröße. Der Bildträger fungiert als Fensteröffnung, als Grenze zwischen dem Realraum und dem illusionistisch, in die Tiefe wandernden und sich vergrößernden abstrakten malerischen Raum. Dadurch entsteht eine unheimliche Monumentalität, die auch im kleinen Format überzeugt. Sogleich kippt aber die räumliche Wahrnehmung in eine flächenbetonte Rezeption: Farbfelder, einmal weich atmosphärisch, dann wieder konstruktiver und kantiger, bauen eine komplexe Flächenstruktur auf.